29.03.2007

Presseerklärung vom 29.03.2007

Die Elterninitiative hat bei ihrem gestrigen Treffen in Mundenheim neben den notwendigen inhaltlichen Erarbeitungen vereinbart, am kommenden Samstag (31.03.07) eine Informations- und Protestfahrt mit Namen „Onko-Express“ durchzuführen. Hintergrund ist die Mitteilung der Geschäftsführer des St. Annastiftskrankenhaus vom 23.03.2007, dass die Kinderkrebsstation keine neuen Patienten aufnehmen wird. Auf einem Anhänger wird der Onko-Express bereits schon das erste Krankenhausbett mitnehmen und in Richtung Heidelberg transportieren. Um die "traurige Fahrt" zu erleichtern, werden die Fahrzeuge ab 12:05 Uhr auf dem Parkplatz des Südweststadions in Ludwigshafen bemalt und verziert. Ein Teil der betroffenen Kinder werden den Onko-Express begleiten. Die Elterninitiative lädt hierzu alle interessierten Bürger und Institutionen ein.

Zu dem Vorschlag des Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion Ulrich Küppers, eine Kinderonkologie im Klinikum Ludwigshafen einzurichten, wird Seitens der Elterninitiative nochmals das Ziel der Initiative verdeutlicht: Ziel der Elterninitiative ist und bleibt das Fortbestehen der Kinder-krebsstation Michael II im St. Annastiftskrankenhaus über das Jahr 2007 hinaus. Grundsätzlich ist das breit gefächerte Engagement und die Unterstützung, die die Elterninitiative von Mitgliedern aller Parteien und Institutionen erfährt, jedoch zu begrüßen.

Die Elterninitiative ist zuversichtlich, dass die Gesellschafter der St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH den Wunsch der Elterninitiative teilen, im St. Annastiftskrankenhaus eine Onkologie zu erhalten. Die Elterninitiative wünscht, dass die Geschäftsführung des St. Annastiftskrankenhauses ihre grundsätzliche Abwehrhaltung aufgibt und sich der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten anschließt.

Die Elterninitiative weist darauf hin, dass eine Zentralisierung im Gesundheitswesen grundsätzlich erwünscht ist, wenn dies zu einer besseren Behandlung von Patienten führt. Die Elterninitiative plädiert allerdings für eine differenzierte Zentralisierung. Nur dort wo es medizinisch notwendig ist, sollte die Behandlung zentral erfolgen. Besteht keine medizinische Veranlassung sollte es beim gegenwärtigen status quo bleiben, da insbesondere ortsnah eine bessere familiäre und psychosoziale Betreuung der Kinder gewährleistet ist. In Ludwigshafen werden z.B. seit 47 Jahren erfolgreich Kinder behandelt, die an Leukämie erkrankt sind. Es gibt keinerlei Grund dies nicht fortzusetzen.

Die in diesem Zusammenhang vorgetragenen wirtschaftlichen Erwägungen überzeugen nicht. Soweit eine Kinderkrebsstation defizitär ist, muss dieser Bereich durch andere Bereiche gegebenenfalls quersubventioniert werden. Dies ist sogar politisch gewollt und vorgesehen. Im Ergebnis stellt sich in diesem Zusammenhang nur noch die Frage, was uns unsere Kinder wert sind.

i. A. Ina Wegner
Elterninitiative zum Erhalt der Kinderkrebsstation
im St. Annastiftskrankenhaus in Ludwigshafen am Rhein